Entlegene Winkel

Ein so langes und derart schmales Land: Wer würde vermuten, dass Vietnam jenseits der beliebten Nord-Süd-Route derart viele, facettenreiche Geheimtipp-Ziele zu bieten hat?

Als minimale Dauer zur Durchquerung Vietnams gelten zwei Wochen, wer drei oder am besten gleich vier Wochen bleibt, kann seinen Urlaub mit mehr erholsamen Badetagen anreichern oder auch zu verheißungsvollen Reisezielen vordringen, die sich jenseits der gängigen Reiseroute verbergen – wie zum Beispiel:

Verborgene Naturwunder: Phong Nha

Hinter diesem Namen verbergen sich – rund 50 Kilometer südlich des Küstenorts Dong Hoi – die eindrucksvollsten Höhlen Vietnams. Die mit 200 Millionen Jahren ältesten Kalkstein-Formationen Asiens haben riesige Labyrinthe ausgebildet – durchzogen von imposanten Kavernen, bizarren Stalaktiten- und Stalagmiten-Wäldern sowie unterirdischen Flüssen; all das seit 2003 als Naturerbe der UNESCO.

Spektakuläres Gebirge: Dong Van

Nur wenige Urlauber dringen bisher in diese spannende Region vor, die sich mit spektakulären Landschaftsbildern und ethnischen Minderheiten in den Karstbergen des hohen Nordens erstreckt – und Höhen bis zu 1.800 Meter erreichen kann. Besonders zu empfehlen ist eine Zweiradtour per Mountainbike oder Moped, die zum Beispiel in der Provinzhauptstadt Ha Giang beginnen und über Meo Vac führen kann.

Faszinierende Reisfelder: Ninh Binh

Der Name dieser Provinz findet sich teilweise schon in den Reisekatalogen – meist allerdings unter dem Synonym „Trockene Halong-Bucht“: Hier ragen kleine Ortschafen und bizarre, von mancher Höhle durchsetzte Kalksteinfelsen aus leuchtend grünen Reisfeldern – einladend zu unvergesslichen Sampan-Touren, die teilweise noch Geheimtipp-Charakter aufweisen können.

Alternativer Badestrand: Bai Xep

Wieviel Geheimtipp-Charakter dieser rund 10 km südlich von Quy Nhon liegende Strand tatsächlich noch hat, sollte man am besten selbst austesten. Auf jeden Fall werden die Besucher hier von einem herrlichen, goldfarbenen Sandstrand mit blauen Meeresfluten und einer vorgelagerten Insel bzw. viel Ruhe und Romantik erwartet.

Ultimativer Geheimtipp: Phu Quy

Dass für den Besuch dieser rund 110 Kilometer bzw. 2,5 Fährstunden vor Phan Thiet im Meer liegenden Insel eine Sondererlaubnis beantragt werden muss, dürfte ihren Geheimtipp-Charakter beweisen. Auf dem ca. 16,5 Quadratkilometer großen Eiland gibt es nur 10.000 Einwohner, jede Menge unberührten Strand, intakte Korallengärten und als westliche Besucher bisher allenfalls einige Kitesurfer.

Die richtige Richtung

Ob man besser von Norden nach Süden oder umgekehrt reisen sollte, hängt gänzlich vom eigenen Gusto ab. Doch wer im Süden beginnt, kann sich meist etwas eleganter eingewöhnen bzw. noch verstärkt mit westlich anmutenden Supermärkten und Einkaufszentren rechnen sowie mit eher westlichen Verhaltensweisen – bis hin zu Bikini-Frauen am Strand. Je weiter es in Richtung Norden geht, desto tiefer taucht man ein in das konservative, aber natürlich nicht minder reizvolle Vietnam …