Halong-Bucht

Eine Meereslandschaft wie aus dem Märchen: An Bord einer nostalgischen
Holzdschunke lässt sich die grandiose Naturkulisse am stimmungsvollsten erkunden.

Drachen speien Feuer und lehren die Menschen meist das Fürchten … Nicht so an der Nordküste Vietnams, wo eines dieser Fabelwesen eine grandiose Landschaft erschaffen haben soll: Nach der Legende kam einst ein Drache aus dem Gebirge, um den Vietnamesen im Kampf gegen ihre Feinde beizustehen. Wütend mit dem Schwanz schlagend, spaltete er die Berge in viele kleine Teile und überflutete das Schlachtfeld. Als Folge ragen heute an die 2.000 bizarre Inselchen aus dem Meer – eine maritime Märchenwelt, die auch entsprechende Besuchermassen anzieht.


Seilbahn der Superlative

Falls keine Zeit für einen nostalgischen Dschunken-Törn bleibt, bietet sich eine 2,2 Kilometer lange, 15-minütige Seilbahn-Fahrt an. Sie ermöglicht atemberaubende Ausblicke auf die ersten Inseln der Bucht, endet in einem Vergnügungspark auf dem Berg Ba Deo – und birgt zwei Weltrekorde. Die beiden doppelstöckigen Kabinen fassen bis zu 230 Passagiere und der höchste Pfeiler bringt es auf 188,88 Meter!


Weltnaturerbe und Filmkulisse

Weinrote Segel zieren die hölzernen Dschunken, die zwischen grauen Felsnadeln und grünen Kuppeln kreuzen. Die geheimnisvoll aus dem türkisfarbenen Meer ragende Felsenlandschaft gerät für Viele zum Höhepunkt ihrer Vietnam-Reise. Mit einer Fläche von rund 1.500 Quadratkilometern zählen die Halong-Bucht – „der Ort, an dem der Drache ins Meer stieg“ – und ihre Armada zu den schönsten Foto- und Filmmotiven Asiens. So scheint es nicht verwunderlich, dass diese Landschaft, wie es sie ähnlich nur im thailändischen Krabi und im chinesischen Guilin gibt, seit 1994 zum Weltnaturerbe der UNESCO zählt. Zuvor hatte bereits der Filmstreifen „Indochine“ mit Catherine Deneuve dem Naturwunder mehr Popularität beschert, wie es auch der neue, nur etwa 45 Kilometer entfernte Van Don-Flughafen tun dürfte.

Kreuzfahrten und Kajaks

Die wissenschaftliche Erklärung für die Entstehung der Halong-Bucht klingt etwas profaner als die Legende um den Drachen: Die Kalksteinlandschaft wurde durch säurehaltiges Wasser geschaffen. Es versickerte in Spalten und Klüften, löste eine nachhaltige Erosion aus und führte zur Bildung von Hohlräumen, die irgendwann zusammenstürzten oder als Höhlen und Grotten in den Bergen erhalten blieben. Die meisten Besucher erkunden die Bucht auf vier- bis achtstündigen Bootstouren, doch bieten sich auch mehrtägige Kreuzfahrten an. Manchmal gibt es sogar Kajaks an Bord, die an besonders schönen Stellen ausgesetzt werden können. Wer lieber auf einer der Inseln übernachten möchte, sollte sich für Cat Ba entscheiden: Einst haben sich auf der 350 Quadratkilometer großen Hauptinsel gefürchtete Piraten versteckt, heute tummeln sich an ihren schönen Stränden aber lediglich harmlose Urlauber und in den Wäldern endemische, putzige Goldkopf-Languren www.catbalangur.de.