Hue

Die Residenzstadt am Fluss der Wohlgerüche: Palastmauern, Tempel und Mausoleen erzählen aus den glorreichen Zeiten der letzten vietnamesischen Kaiser-Dynastie.

Sie müssen Rezepturen für den Mörtel von einst finden, neue Farben im alten Stil mischen oder betagte Bewohner nach ihren Erinnerungen befragen: Seit etlichen Jahren schon legen sich deutsche Restaurateure gewaltig ins Zeug, um historische Bauwerke in der ehemaligen Kaiserstadt Hue zu retten. Denn was nicht dem Krieg zum Opfer fiel, zählt heute zum Weltkulturerbe der UNESCO – tropisch umgrünt und charmant umströmt vom Huong Giang als „Fluss der Wohlgerüche“.


Die Zitadelle der Nguyen-Kaiser

Obwohl der mit 6,3 Kilometern längste Tunnel Südostasiens die Anreise aus Danang erleichtert, bietet sich eher der spektakuläre „Wolkenpass“ an: Die 20 Kilometer lange Serpentinenstrecke schlängelt sich durch die Berge, gibt immer wieder herrliche Ausblicke bis nach Hue frei. Am dortigen Flussufer reihen sich stilvolle Kolonialherbergen wie das 1901 eröffnete „Saigon Morin“ auf, oder das im ehemaligen Gouverneurssitz etablierte „La Residence Hotel & Spa“. Rundherum laden Promenaden und Parks zum Verweilen ein, können Skulpturen einheimischer Künstler oder röchelnd rangierende Drachenboote gesichtet werden. Nur ein Katzensprung ist es von hier zur „Verbotenen Stadt“. Ihre Zitadelle präsentiert sich zwar kleiner als das berühmte Pendant in Peking, aber kunstvoller: Auf den Dächern thronen filigrane Drachen, Fledermäuse und Fische, während die Fenster und Säulen der Nebengebäude mit aufwändigen Mosaiken verziert sind. Von hier regierten zwischen 1802 und 1945 insgesamt 13 Kaiser der Nguyen-Dynastie.

Leben im Mausoleum

Die Mandarine verewigten sich mit imposanten Palästen, Tempeln und Grabmälern. Zur Erkundung der Monumente geht es an den gewaltigen Mauern der Zitadelle entlang oder mit einem Drachenboot bis zur Thien Mu-Pagode. Das Heiligtum beeindruckt als Konstruktion aus sieben aufgeschichteten Oktogonen. Auf die Schutzliste der Vereinten Nationen kam Hue aber vor allem wegen der einzigartigen Kaisermausoleen – wie dem von Tu Duc: Nach der Überlieferung soll er sich auch schon zu Lebzeiten gern mal in sein majestätisches Grabmal zurückgezogen haben, um in aller Ruhe Schach spielen oder Bücher lesen zu können …


Küchlein aus der Kaiserzeit

Die kulturelle Erkundung von Hue muss sich keineswegs auf Monumente beschränken, sondern kann auch durch den Magen gehen: Schon die kleinen, mobilen Straßenküchen haben mit Banh Beo, Banh Nam oder Banh Khoai authentische Küchlein aus der Kaiserzeit zu bieten. Wer es gediegener und gemütlicher mag, sollte bei Madam Thu in der Vo Thi Sau St. einkehren, wo für jedes der auch optisch zu genießenden Gerichte kurz erklärt wird, um was es sich handelt – und wie es gegessen werden sollte.

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