Strände und Inseln

Vietnam als verlockende Strand-Destination in Südostasien:
Die Küste präsentiert sich mit immer mehr attraktiven Badezielen, Resorts und Wassersport-Möglichkeiten.

Sich an einer schwimmenden Bar im Meer vor Nha Trang erfrischen, per Fahrrad zu den weißsandigen Badebuchten von Phu Quoc vordringen, in die bunt belebten Unterwassergärten von Con Dao hinabtauchen, oder einfach nur in einem der stimmungsvollen Boutique-Resorts ausspannen: Im dritten Jahrzehnt nach der Öffnung präsentiert sich Vietnam mit seiner über 3.400 Kilometer langen Küste als unerschöpfliche Badedestination, was sich auch in jedem Reiseverlauf widerspiegeln sollte. Schließlich ist das S-förmige Land mit endlos langen Sandstränden, herrlichen Badebuchten und allerlei vorgelagerten Inselparadiesen gesegnet.


Traditionelle Seebäder

Gerade mal 90 Minuten benötigen die modernen Tragflächenboote, um den Saigon-Fluss hinunter bis zum „Hausstrand“ von Ho Chi Minh City zu rauschen. Denn Vung Tau ist der Küstenort, der der südvietnamesischen Metropole am nächsten liegt. Bedeutend mehr westliche Urlauber zieht es jedoch nach Nha Trang: Es trägt den zweiten Seebad-Titel des Landes zu Recht, wie sich schon an der mehrere Kilometer langen Strandpromenade ablesen lässt. Hier reihen sich – fast ein bisschen mit dem Flair von Nizza oder Rimini – Hotels, Restaurants, Cafés, Bars und Diskotheken aneinander, während der Hafen als schönster ganz Vietnams gilt.

Im Süden der Stadt zeugen fünf stattliche Villen davon, dass sich hier schon Kaiser Bao Dai wohl gefühlt hat. Anfang der 1920-er Jahre hatte er sein Domizil in einem tropischen Park errichten lassen, heute schätzen Touristen das nostalgische Flair – mit hohen Stuckdecken, knarrenden Edelholzböden und tief gefederten Baldachin-Betten … Draußen auf dem Meer locken über 70 Inseln zu Bootstouren. Und während es passionierte Wassersportler bis zu den spektakulären Tauchgründen von Whale Island hinauszieht, wo in den 1930-er Jahren bereits Jacques Cousteau forschte, setzen Partyboote ihre Passagiere lieber an im Meer treibenden Bars aus, die mit eisgekühlten Getränken locken …

Weltkulturerbe mit Meeresrauschen

Ob idealer Surfbedingungen bereits in den 1960-er Jahren zu Ruhm gelangt, sind die über 30 Kilometer langen Strände von Danang. Die Bilder der hier mitten im Krieg surfenden amerikanischen Soldaten gingen um die Welt – und so kann es kaum verwundern, dass hier 1997 mit dem „Furama Resort“ das erste am Meer platzierte Fünf-Sterne-Resort Vietnams eröffnete. Nun sieht die inzwischen über einen internationalen Flughafen verfügende Region dem spektakulären, rund vier Milliarden US-Dollar teuren Tourismus-Projekt „Hoiana“ entgegen, dessen erster Abschnitt 2020 eröffnen soll … Auch die nahe gelegene, mittelalterliche Hafenstadt Hoi An und die ehemalige Kaiserresidenz Hue haben etliche neue Strandresorts zu bieten – als idealen Ausgangspunkt zur Erkundung von Vietnams Weltkulturerbe.

Sensationelle Strandwelten

Einen rasanten Aufstieg zum beliebten Badeziel kann die fast 13 Kilometer lange Sandsichel zwischen den Fischerorten Phan Thiet und Mui Ne verzeichnen. Im Hinterland der vietnamesischen „Côte d‘Azur“ fasziniert – gern genutzt für Fotos und Videos der florierenden heimischen Modebranche – eine geologische Wunderwelt aus orangerot glitzernden Sanddünen und Canyons, wie sie sonst nur in der Sahara zu finden sind. Nicht weit entfernt erstreckt sich inmitten schneeweißer Dünen der sagenumwobene Lotus-See Ban Ba. Zwischen Oktober und Mai vermag die Region als Paradies für Surfer zu faszinieren. Wer sein Strandhopping indes einfach mal mit etwas Bergluft auflockern möchte, sollte eine Etappe im reizvollen Dalat einlegen …

Entlegene Badefreuden

Aber warum nicht eine der neu erschlossenen Stranddestinationen ansteuern, die abseits der beliebten Reiserouten verlockenden Geheimtipp-Charakter versprechen. Ob die mit zwei ultimativen Luxusresorts bestückte, herrlich sandige Halbinsel von Lang Co oder das in einer tollen Meereslandschaft liegende Quy Nhon noch zu den jungen oder schon zu den etablierten Strandzielen gezählt werden sollten, mag sich diskutieren lassen … Zu den garantiert kaum bekannten Badezielen gehört jedoch Ninh Chu: Nicht weit von Phan Rang am Meer liegend und einst den Machthabern des südvietnamesischen Regimes vorbehalten, erstrecken sich hier rund zehn Kilometer herrlichster, noch weitgehend unverbauter Sandstrand.